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Auktionsarchiv: Los-Nr. 4 -

(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin) „Nach

Schätzpreis
55.000 € - 75.000 €
ca. 62.208 $ - 84.829 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 4 -

(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin) „Nach

Schätzpreis
55.000 € - 75.000 €
ca. 62.208 $ - 84.829 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin) „Nach April“, 1976, auf der Rückseite betitelt, signiert und datiert O Piene 76, Öl, Pigmente und Feuer auf Leinwand, 100 x 100 cm, gerahmt Provenienz: Christie’s London, 1. Dezember 1988, Los 814 Privatsammlung, Schweiz Die Vorstellung eines radikalen Neuanfangs, der Aufbruch in unbekannte künstlerische, technologische und spirituelle Sphären sind Motive, die Pienes Werk fast sechs Jahrzehnte bestimmten. Piene – das ist natürlich auch ZERO, die legendäre Künstlergruppe, die er 1958 mit Heinz Mack in Düsseldorf gründet und zu der wenig später Günther Uecker stößt. ZERO, das steht für die Ziffer des Raketen-Countdowns, die Stunde Null im Nachkriegsdeutschland, den Griff nach den Sternen. „Für die Generation der Dubuffets und Tàpies, für die ganze uns vorausgegangene Generation, war der Krieg und war die Erde das entscheidende Erlebnis: Erde, Materie, Sand, Lehm“, erläutert Piene 1961 dem Kunstkritiker Wieland Schmied, „das bedeutete Zuflucht im Erdloch, im Schützengraben, im Unterstand, die letzte Behausung in den furchtbaren Bedrohungen des Krieges.“ Für den 1928 geborenen Piene, der als 16-Jähriger zur Flak eingezogen wird und nach der Kriegsgefangenschaft erst in München und anschließend bis 1953 in Düsseldorf Kunst studiert, gilt diese traumatische Prägung nicht mehr. In kürzester Zeit formen die ZERO-Künstler ein internationales Netzwerk, zu dem auch Yves Klein Lucio Fontana und Jean Tinguely zählen. Und dabei will Piene hoch hinaus: „Unser entscheidendes Erlebnis ist eine Zeit, die von astronomischen, kosmonautischen Abenteuern träumt, in der der Mensch in der Lage ist, die Erde zu verlassen, die Schwerkraft zu überwinden. Uns interessiert das Licht, uns interessieren die Feuer, Luftströmungen, die unbeschränkten Möglichkeiten, eine bessere, hellere Welt zu entwerfen …“ Als Reaktion auf den psychologisch aufgeladenen Gestus von Tachismus und Informel entwickelt Piene eine völlig neue Technik. Für ihn sind die Bilder der „alten Welt“ wie Rüstungen mit „schweren Rahmen“ ausgestattet, wobei der Betrachter in sie „hineingezwängt“ wird. Seine Malerei soll frei von diesen Hindernissen sein, „dem Ballast des Verflossenen, den Beulen der Psyche“. Das Alte, das ist für Piene das Dunkel: „Ich durchleuchte es, mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu einem Kraftraum, von Atem bewegt wie mein Körper, und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“ Die „Rasterbilder“ und „Rauchzeichnungen“, die er ab 1959 herstellt, sind schwindelerregend und flirrend, vibrieren vor lauter Energie. Sie entstehen „mechanisch“. Kein Pinselstrich berührt die Leinwand, sondern Farbe oder Rauch, die durch handgestanzte Rastersiebe aus Pappe oder Metall strömen. Die Konstellationen, die sich dabei bilden, lassen an Weltraumbilder, an Atome und Sterne, aber auch an Lochkarten von Computern denken. Für Piene wird das Gemälde zum „Schwingungsfeld, zur Erscheinung reiner Energie und damit zu einer Bestätigung des Lebendigen“. Aus seinen „Rauchbildern“ entwickelt er bald „Feuerbilder“, bei denen er die Pigmente auf der Leinwand abflammt. Die Blasen und Krusten, die sich bilden, verleihen den kreisförmigen Kompositionen eine merkwürdige Tiefe, etwas Alchemistisches. (Aus: Deutsche Bank-ArtMag-82)

Auktionsarchiv: Los-Nr. 4 -
Auktion:
Datum:
27.11.2018
Auktionshaus:
Dorotheum GmbH & Co. KG
Dorotheengasse 17
1010 Wien
Österreich
kundendienst@dorotheum.at
+43 (0)1 515600
+43 (0)1 51560443
Beschreibung:

(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin) „Nach April“, 1976, auf der Rückseite betitelt, signiert und datiert O Piene 76, Öl, Pigmente und Feuer auf Leinwand, 100 x 100 cm, gerahmt Provenienz: Christie’s London, 1. Dezember 1988, Los 814 Privatsammlung, Schweiz Die Vorstellung eines radikalen Neuanfangs, der Aufbruch in unbekannte künstlerische, technologische und spirituelle Sphären sind Motive, die Pienes Werk fast sechs Jahrzehnte bestimmten. Piene – das ist natürlich auch ZERO, die legendäre Künstlergruppe, die er 1958 mit Heinz Mack in Düsseldorf gründet und zu der wenig später Günther Uecker stößt. ZERO, das steht für die Ziffer des Raketen-Countdowns, die Stunde Null im Nachkriegsdeutschland, den Griff nach den Sternen. „Für die Generation der Dubuffets und Tàpies, für die ganze uns vorausgegangene Generation, war der Krieg und war die Erde das entscheidende Erlebnis: Erde, Materie, Sand, Lehm“, erläutert Piene 1961 dem Kunstkritiker Wieland Schmied, „das bedeutete Zuflucht im Erdloch, im Schützengraben, im Unterstand, die letzte Behausung in den furchtbaren Bedrohungen des Krieges.“ Für den 1928 geborenen Piene, der als 16-Jähriger zur Flak eingezogen wird und nach der Kriegsgefangenschaft erst in München und anschließend bis 1953 in Düsseldorf Kunst studiert, gilt diese traumatische Prägung nicht mehr. In kürzester Zeit formen die ZERO-Künstler ein internationales Netzwerk, zu dem auch Yves Klein Lucio Fontana und Jean Tinguely zählen. Und dabei will Piene hoch hinaus: „Unser entscheidendes Erlebnis ist eine Zeit, die von astronomischen, kosmonautischen Abenteuern träumt, in der der Mensch in der Lage ist, die Erde zu verlassen, die Schwerkraft zu überwinden. Uns interessiert das Licht, uns interessieren die Feuer, Luftströmungen, die unbeschränkten Möglichkeiten, eine bessere, hellere Welt zu entwerfen …“ Als Reaktion auf den psychologisch aufgeladenen Gestus von Tachismus und Informel entwickelt Piene eine völlig neue Technik. Für ihn sind die Bilder der „alten Welt“ wie Rüstungen mit „schweren Rahmen“ ausgestattet, wobei der Betrachter in sie „hineingezwängt“ wird. Seine Malerei soll frei von diesen Hindernissen sein, „dem Ballast des Verflossenen, den Beulen der Psyche“. Das Alte, das ist für Piene das Dunkel: „Ich durchleuchte es, mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu einem Kraftraum, von Atem bewegt wie mein Körper, und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“ Die „Rasterbilder“ und „Rauchzeichnungen“, die er ab 1959 herstellt, sind schwindelerregend und flirrend, vibrieren vor lauter Energie. Sie entstehen „mechanisch“. Kein Pinselstrich berührt die Leinwand, sondern Farbe oder Rauch, die durch handgestanzte Rastersiebe aus Pappe oder Metall strömen. Die Konstellationen, die sich dabei bilden, lassen an Weltraumbilder, an Atome und Sterne, aber auch an Lochkarten von Computern denken. Für Piene wird das Gemälde zum „Schwingungsfeld, zur Erscheinung reiner Energie und damit zu einer Bestätigung des Lebendigen“. Aus seinen „Rauchbildern“ entwickelt er bald „Feuerbilder“, bei denen er die Pigmente auf der Leinwand abflammt. Die Blasen und Krusten, die sich bilden, verleihen den kreisförmigen Kompositionen eine merkwürdige Tiefe, etwas Alchemistisches. (Aus: Deutsche Bank-ArtMag-82)

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27.11.2018
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