Die Briefmarke British Guiana 1c magenta ist die teuerste Briefmarke der Welt

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British Guiana one cent (Quelle: Wikipedia)

So klein und doch so viel wert: 

Für 9,5 Millionen Dollar wurde sie in New York bei Sotheby’s im Juni 2014 innerhalb von fünf Minuten an einen unbekannten Käufer versteigert. Sie ist die einzige bekannte Marke aus der Charge des Jahres 1856, misst eine Größe von 2,5 x 3,2 cm und war seit 1986 nicht mehr öffentlich zu sehen.

Die Vorderseite hat einem dunklen Magenta-Farbton, die Rückseite ein etwas verblassteres Magenta. Außer dem Aufdruck eines Bootes ist auf der Vorderseite eine große schwarze Unterschrift zu sehen. Ursprünglich waren drei verschiedene Marken geplant: 1 Cent in Magentarot für die Stadtpost (für Karten und Streifbänder), 4 Cent in Magentarot für internationale Post und 4 Cent in Blau für Seepost (für Briefe). Der Auktionator von Sothebys erklärte, dass der damalige Chef der Post Fälschungen vorbeugen wollte und deshalb jedes einzelne Stück von einem Postmitarbeiter signieren ließ. Die Echtheit habe die Königliche Philatelistengesellschaft in London zweimal bestätigt.

Die British Guiana 1c hat schon viele verschiedene Besitzer hinter sich und ist die einzige wichtige Briefmarke, die in der privaten Briefmarkensammlung der britischen Königsfamilie fehlt. Sie wurde im Jahr 1856 in der damaligen Britischen Kolonie Guyana (1814-1966) gedruckt. Seit 1966 ist der Staat Guyana unabhängig.

Gefunden hatte sie 1873 ein zwölfjähriger, schottischer Schuljunge in Südamerika in den Familienpapieren und fügte sie seiner eigenen Sammlung bei. Er verkaufte sie dann an einen örtlichen Sammler für ein paar Schillinge. Dieser behielt sie fünf Jahre und verkaufte sie dann an einen Händler in Liverpool für 120 Pfund, der sie wiederrum umgehend an den damals berühmtesten Briefmarkensammler, Graf Philippe la Renotière von Ferrary, für 750 Dollar weiterveräußerte. Dieser galt als besessener Briefmarkensammler, zahlte so gut wie jeden Preis und meist in Gold. Als der Graf 1917 starb, vermachte er die Marke dem Postmuseum in Berlin, bis sie von Frankreich als Kriegsreparation nach dem 1. Weltkrieg beschlagnahmt wurde und 1922 einen Erlös von 35.000 Dollar einbrachte. Käufer war der amerikanische Textilfabrikant, Arthur Hind, der sogar den britischen König George V. damals überbot. Nach seinem Tod wurde sie 1940 an einen Industriellen aus Florida und 1970 für bereits 280.000 Dollar an ein Industriellensyndikat verkauft. Der letzte Besitzer, John du Pont, Erbe eines Chemiekonzerns, der die Briefmarke 1980 für 935.000 Dollar kaufte, starb 2010 im Gefängnis, nachdem er einen Olympia-Ringer erschossen hatte. Seine Nachlassverwaltung bot die Marke dann bei Sotheby‘s an.

Die British Guiana hat nun die bisher teuerste einzelne Briefmarke, die schwedische Tre Skilling Banco aus dem Jahr 1855, abgelöst, die 1996 für 2,3 Millionen Dollar versteigert wurde.
 

Tre Skilling Banco aus Schweden, Fehldruck in gelb anstatt in grün (Quelle: Wikipedia)​​​

Diese gilt als Fehldruck, da sie in gelb anstatt in grün gedruckt wurde. 1996 brachte sie in der Schweiz eine Rekordsumme von 2,5 Millionen Schweizer Franken. Im Mai  2013 erwarb sie der schwedische Unternehmer Gustaf Douglas zu einem nicht genannten Preis.
 

Der Bordeaux-Brief (Quelle: David Feldmann SA Auctions)
Bis 2014 galt der Bordeaux-Brief als das teuerste philatelistische Sammlerstück der Welt mit einem Verkaufspreis von 6,125 Millionen Schweizer Franken. Der Faltbrief enthält eine Briefmarke Blaue Mauritius und Rote Mauritius sowie verschiedene Poststempel der Route.
 
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