Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität.

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Der Guckkasten - Fernseher des Barocks

Augenlust nach Bilderwelten
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Francois Boucher (1703-1770) - Foire de Campagne. Belebte Szene im Freien mit Guckkastenvorführer

Die Faszination, Bilder in einem Kasten zu sehen – ob statisch oder bewegt – ist keineswegs eine allzu moderne Eigenschaft. Die Augenlust nach Bilderwelten ist so alt, wie das Bild selbst und auch die Präsentation mit Hilfe eines Kastens hat eine weitaus ältere Tradition als oft vermutet. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam im Rahmen der optischen Entdeckungen und Spielereien des späten Barocks der Guckkasten auf.

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Konusanamorphose eines Kleeblatts, ca. 1750

Zu den künstlerischen Experimenten der Renaissance gehören die optischen Illusionen in Gestalt der Anamorphosen. Diese Bilder treiben Ihr Spiel mit dem Betrachter, in dem sie ihr ursprüngliches Motiv durch wohlkalkulierte Verzerrung verbergen und es in neuen, abstrakten Formen erscheinen lassen. Faszinierende Wechselspiele zwischen Offensichtlichem und Verstecktem lassen den Betrachter die Doppeldeutigkeit des Abgebildeten erfahren.

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Perspektivtheater Martin Engelbrecht - Commedia dell'arte

Um 1750 erschienen im Augsburger Verlag des Martin Engelbrecht eine Vielzahl von Perspektivtheatern bzw. Dioramen. Im Zeitalter des Barocks boten diese filigran ausgeschnittenen Papierkunstwerke ein neues Seherlebnis. Mit ihrer räumlichen Tiefe zogen sie den Betrachter in ihren Bann – 3D-Kino im Barockzeitalter.

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