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Auktionsarchiv: Los-Nr. 2386

Wagner, Cosima Brief 1885

Autographen
17.04.2019
Schätzpreis
1.200 €
ca. 1.348 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 2386

Wagner, Cosima Brief 1885

Autographen
17.04.2019
Schätzpreis
1.200 €
ca. 1.348 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Cosima als Bayreuther Regisseurin - Wagner, Cosima, zweite Frau Richard Wagners, Tochter Franz Liszts, geschiedene v. Bülow, Leiterin der Bayreuther Festspiele (1837-1930). Eigh. Brief m. U. "C Wagner". 4 S. Gr. 4to. Schloss Fantaisie 9. und 10.IX.1885. Höchst bedeutender Brief an den Maler Joseph Flüggen in München, den Cosima als Kostümbildner für die von ihr inszenierte und von Felix Mottl musikalisch geleitete Bayreuther Erstaufführung von "Tristan und Isolde" (1886) engagiert hat. Im vorliegenden Brief resümiert sie alle Details für die Kostüme, wie diese in vorhergegangenen Besprechungen mit Flüggen festgehalten worden waren. Die bis in alle Einzelheiten von Cosima durchdachte Kostümierung vermittelt ein genaues Bild von der farbigen Bühnenerscheinung der Darsteller, so dass der vorliegende Brief eine wertvolle Quelle zur Kenntnis und Rekonstruktion der ersten Bayreuther "Tristan"-Inszenierung darstellt. Cosima möchte Flüggen mitteilen, "was mir beim Nachsinnen angekommen ist, indem ich Alles Besprochene und Bestimmte noch einmal durchgehe. " Isolde - Weisses aufgerafftes Gewand, entweder aus feinster (indischer) Wolle oder aus matter Seide. Gurt blau, reiche Schmuck-Borte oben. Krone. Schwarzer Mantel - Art von Gold-Brokat - in tiefem Ton; entweder roth oder hellblau gefüttert, je nachdem es zu dem Oberstoff und zu dem Gurt stimmt. (Dieses Kostüm zweimal). - Aufgegeben habe ich betreffs Isolde: a: Das Pelz-Kostüm, so schön es ist, weil es doch den Begriff der Königsbraut nicht genügend wiedergiebt. - b.: Das Gewand für den 2 ten Akt, weil bei den Aufführungen, München 1865, und Berlin 1875, keine eigene Tracht für den zweiten Akt gefordert wurde; nach reiflicher Ueberlegung bringe ich der Erhaltung des Typus dieser Aufführungen das Opfer meines Wunsches, wenn ich auch weiss, dass dieser dem Sinn des Werkes, und der besonderen Situation nicht zuwider läuft. " Tristan" - Untergewand ungefähr Lederfarbe, nicht auffallend, aber ja nicht dürftig, grosser rother Mantel - tiefe rothe Farbe - ja nicht Scharlach - mit bläulich violettem Schatten. (Es ist mir der Mantel welchen Ludwig Schnorr - 1865 - trug, nicht in Erinnerung geblieben, es ist mir aber als wäre er blau gewesen - dunkel - Ich will Nachforschungen danach geschehen lassen; ich glaube aber, dass wenn wir die richtige rothe Schattirung bekommen, der Eindruck ein ernster und ruhiger sein wird.) ...". - Es folgen Kostüm-Überlegungen zu Marke im II. und III. Akt sowie zum weiblichen und zum männlichen Gefolge: "... Nach den Figurinen, nur mit besonderer Beachtung dessen: dass man durchaus nicht an die 'Hermannsschlacht' erinnert werden soll, und nicht zu sehr an den 'Ring des Nibelungen'. Irland, Cornwallis, und Bretagne (Careol) dürfen keinen zu absolut wilden , nordischen Charakter haben; die Eichenkränze dürften kaum dort angebracht sein; die Pelze sehr gut, aber in schöner Verarbeitung. Der Hof des milden Königs soll wohl einen rüstigen, ursprünglichen, aber keinen wilden Eindruck machen. Im zweiten Akt kommen die Hofleute alle in Jägertracht ... Ich habe heute 7 Stücke des Kundry-Kostüms an das [Münchener] Hoftheater abgesandt; sie sind alle mit erklärenden Zetteln versehen. Auch für die Uebernehmung der Veränderungen in diesem Kostüm fühle ich mich sehr verpflichtet ...". - Die Akribie, mit der sich Cosima der Ausstattung von Wagners Opern widmet, ist sicherlich auch den Reformbemühungen der Meininger und ihrer Gastspiele zu verdanken, die in halb Europa eine Welle der historischen Kostümforschung an den Theatern ausgelöst hatten.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 2386
Auktion:
Datum:
17.04.2019
Auktionshaus:
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5a
14193 Berlin
Deutschland
info@bassenge.com
+49 30 89380290
+49 30 8918025
Beschreibung:

Cosima als Bayreuther Regisseurin - Wagner, Cosima, zweite Frau Richard Wagners, Tochter Franz Liszts, geschiedene v. Bülow, Leiterin der Bayreuther Festspiele (1837-1930). Eigh. Brief m. U. "C Wagner". 4 S. Gr. 4to. Schloss Fantaisie 9. und 10.IX.1885. Höchst bedeutender Brief an den Maler Joseph Flüggen in München, den Cosima als Kostümbildner für die von ihr inszenierte und von Felix Mottl musikalisch geleitete Bayreuther Erstaufführung von "Tristan und Isolde" (1886) engagiert hat. Im vorliegenden Brief resümiert sie alle Details für die Kostüme, wie diese in vorhergegangenen Besprechungen mit Flüggen festgehalten worden waren. Die bis in alle Einzelheiten von Cosima durchdachte Kostümierung vermittelt ein genaues Bild von der farbigen Bühnenerscheinung der Darsteller, so dass der vorliegende Brief eine wertvolle Quelle zur Kenntnis und Rekonstruktion der ersten Bayreuther "Tristan"-Inszenierung darstellt. Cosima möchte Flüggen mitteilen, "was mir beim Nachsinnen angekommen ist, indem ich Alles Besprochene und Bestimmte noch einmal durchgehe. " Isolde - Weisses aufgerafftes Gewand, entweder aus feinster (indischer) Wolle oder aus matter Seide. Gurt blau, reiche Schmuck-Borte oben. Krone. Schwarzer Mantel - Art von Gold-Brokat - in tiefem Ton; entweder roth oder hellblau gefüttert, je nachdem es zu dem Oberstoff und zu dem Gurt stimmt. (Dieses Kostüm zweimal). - Aufgegeben habe ich betreffs Isolde: a: Das Pelz-Kostüm, so schön es ist, weil es doch den Begriff der Königsbraut nicht genügend wiedergiebt. - b.: Das Gewand für den 2 ten Akt, weil bei den Aufführungen, München 1865, und Berlin 1875, keine eigene Tracht für den zweiten Akt gefordert wurde; nach reiflicher Ueberlegung bringe ich der Erhaltung des Typus dieser Aufführungen das Opfer meines Wunsches, wenn ich auch weiss, dass dieser dem Sinn des Werkes, und der besonderen Situation nicht zuwider läuft. " Tristan" - Untergewand ungefähr Lederfarbe, nicht auffallend, aber ja nicht dürftig, grosser rother Mantel - tiefe rothe Farbe - ja nicht Scharlach - mit bläulich violettem Schatten. (Es ist mir der Mantel welchen Ludwig Schnorr - 1865 - trug, nicht in Erinnerung geblieben, es ist mir aber als wäre er blau gewesen - dunkel - Ich will Nachforschungen danach geschehen lassen; ich glaube aber, dass wenn wir die richtige rothe Schattirung bekommen, der Eindruck ein ernster und ruhiger sein wird.) ...". - Es folgen Kostüm-Überlegungen zu Marke im II. und III. Akt sowie zum weiblichen und zum männlichen Gefolge: "... Nach den Figurinen, nur mit besonderer Beachtung dessen: dass man durchaus nicht an die 'Hermannsschlacht' erinnert werden soll, und nicht zu sehr an den 'Ring des Nibelungen'. Irland, Cornwallis, und Bretagne (Careol) dürfen keinen zu absolut wilden , nordischen Charakter haben; die Eichenkränze dürften kaum dort angebracht sein; die Pelze sehr gut, aber in schöner Verarbeitung. Der Hof des milden Königs soll wohl einen rüstigen, ursprünglichen, aber keinen wilden Eindruck machen. Im zweiten Akt kommen die Hofleute alle in Jägertracht ... Ich habe heute 7 Stücke des Kundry-Kostüms an das [Münchener] Hoftheater abgesandt; sie sind alle mit erklärenden Zetteln versehen. Auch für die Uebernehmung der Veränderungen in diesem Kostüm fühle ich mich sehr verpflichtet ...". - Die Akribie, mit der sich Cosima der Ausstattung von Wagners Opern widmet, ist sicherlich auch den Reformbemühungen der Meininger und ihrer Gastspiele zu verdanken, die in halb Europa eine Welle der historischen Kostümforschung an den Theatern ausgelöst hatten.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 2386
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Datum:
17.04.2019
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Erdener Str. 5a
14193 Berlin
Deutschland
info@bassenge.com
+49 30 89380290
+49 30 8918025
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