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Auktionspreisarchiv

Auktion: Bilder des 19. Jahrhunderts
wurde versteigert am: 12. April 2016
Aktuelle Auktionen Auktionspreisarchiv

Robert Russ

Archiv
Schätzpreis: 80.000 € - 160.000 €
ca. 90.713 $ - 181.427 $
Zuschlagspreis:  n. a.
Los-Nr. 0298, Aufrufe: 14

Robert Russ (Wien 1847-1922 Wien) Gartenpartie aus dem Etschtal (Trient), um 1906 Öl auf Leinwand; 88,5 × 121 cm Signiert rechts unten: Robert Russ. Rückseitig auf Etikett eigenhändig bezeichnet: „Robert Russ III Wassergasse 4 Gartenpartie aus dem Etschtal“ Provenienz Arnold Rosenthal, Wien (1906 gekauft) Dorotheum Wien, 523. Kunstauktion, 18. März 1954, Nr. 98, Tafel 43 („Frühling in Meran bei Schloss Schönna“); Dorotheum Wien, 12. April 2011, Nr. 171; Privatbesitz, Österreich Literatur Künstlerhausarchiv Wien, Einlaufbuch 1906, Nr. 3220 („Im Etschtal bei Meran, Ölgem, Kp 3180, verkauft für 3000 an Arnold Rosenthal, Reichsratstraße 1“); Andrea Winkelbauer, Robert Russ. Monografie mit Verzeichnis der Gemälde, hg. Vom Auktionshaus im Kinsky, Wien 2016, WV-Nr. I.363, Farbabbildung S. 44/45 Am 8. Juni wurde Robert Andreas Russ als Sohn des aus Böhmen stammenden Malers Franz Russ d. Ä. in Wien geboren. Das künstlerische Talent der Familie geerbt, begann er 1861 sein Studium unter Albert Zimmermann an der Wiener Akademie. Dort lernte er Kollegen wie Eugen Jettel, Emil Jakob Schindler und Rudolf Ribarz kennen. Im Jahr 1868 beendete er seine Ausbildung und beteiligte sich fortan an diversen Ausstellungen der Genossenschaft bildender Künstler Wiens („Künstlerhaus“). Schon früh stellten sich erste Erfolge ein und Russ wurde zu Ausstellungen im In- und Ausland eingeladen, in der Folge erhielt er zahlreiche Aufträge sowie Auszeichnungen. Nach einer Beurlaubung seines Lehrers Zimmermann an der Akademie, übernahm der nun 23-jährige Robert Russ die Vertretung der Professur für Landschaftsmalerei. Vor allem seine offiziellen Aufträge wie beispielsweise mehrere Ausstattungsbilder für das Naturhistorische Museum, 96 Zeichnungen für das sogenannte „Kronprinzenwerk“ oder mehrere Lunettenbilder im neu errichteten Burgtheater sind Zeugnis der großen Wertschätzung und Berühmtheit von Robert Russ. Zeit seines Lebens unternahm der Künstler viele Reisen nach Italien, Deutschland, Holland und Belgien, wo er vor allem in den landschaftlichen Gegebenheiten unerschöpfliche Inspirationsquellen fand. Nach 1910 stellte er seine Werke nur noch wenig aus und musste durch eine Augenkrankheit mit einem sehr eingeschränkten Sehvermögen leben. Nach seinem Tod 1922 erhielt Russ ein Ehrengrab am Zentralfriedhof und bereits ein Jahr später wurde sein Schaffen mit einer Gedächtnisausstellung im Künstlerhaus geehrt. Ab Mitte der 1890er Jahre arbeitete Russ vor allem bei Arco und Riva am Gardasee. Durch das südliche Licht beeinflusst, wählte er vermehrt helle Farben, die er in fast schon pointillistischer Weise, dem Impressionismus nahe, auftrug. Er löste die Farbflächen immer weiter auf und schaffte es so, das Flimmern der Atmosphäre im jeweiligen Licht einzufangen. Auch in vorliegendem Gemälde ist noch die Wärme dieses sonnigen Nachmittags spürbar. Russ stellte hier den Garten als Ort der Ruhe dar. Das saftige Grün und die blühenden Blumen stehen im Vordergrund und lassen den Betrachter an der Geborgenheit und Friedlichkeit der Situation teilhaben. Die Menschen, verschwindend klein, scheinen sich in dieser Umgebung förmlich aufzulösen. Auf subtile, unspektakuläre Weise zeigt Russ die Schönheit des Südens und führt dem Betrachter die Kostbarkeit des Alltags vor Augen. (SP)

Informationen zur Auktion
Auktionshaus: Auktionshaus im Kinsky GmbH
Titel: Bilder des 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum: 12.04.2016
Adresse: Auktionshaus im Kinsky GmbH
Palais Kinsky, Freyung 4
1010 Wien
Österreich
[email protected] · +43 1 5324200 · +43 1 53242009