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Auktionspreisarchiv

Auktion: Klassische Moderne
wurde versteigert am: 11. Juni 2015
Aktuelle Auktionen Auktionspreisarchiv

Karl Schmidt-Rottluff

Archiv
Schätzpreis: 14.000 €
ca. 15.698 $
Zuschlagspreis:  n. a.
Los-Nr. 411501048, Aufrufe: 35

Stillleben mit Disteln
Stillleben mit Disteln. Um 1950/55. Tuschpinselzeichnung mit Aquarell und Farbkreide. Rechts unten signiert. Auf chamoisfarbenem Maschinenbütten mit Wasserzeichen. 40 x 53,8 cm (15,7 x 21,1 in). Blattgroß. [KD]. PROVENIENZ: Nachlass Willy Robert Huth (als Geschenk des Künstlers erhalten). Privatsammlung Norddeutschland. Der Maler, Grafiker und Plastiker Karl Schmidt wird 1884 in Rottluff bei Chemnitz als Sohn eines Müllers geboren.1905 beginnt Schmidt-Rottluff ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Im selben Jahr gründet er mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl die Künstlergemeinschaft "Brücke". 1906 erscheint die erste gemeinsame Grafikmappe. In seinen expressionistischen Bildern verleiht der Maler der leidenschaftlich aufgetragenen und bildbestimmenden Farbe eine intensive Leuchtkraft und geht in der Verwendung der unvermischten Primärfarben im Vergleich zu seinen Künstlerkollegen am weitesten. Mit seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 1911 wendet er sich verstärkt formalen Problemen zu und entwickelt eine zunehmend reduzierte, geometrische Formensprache. Der Ausbruch des Krieges 1914 unterbricht diese Entwicklung. 1913 löst sich die Künstlergemeinschaft "Brücke" auf. Während seines Militärdienstes entsteht ein Zyklus von religiösen Holzschnitten, in dem Schmidt-Rottluff die Schrecken des Krieges verarbeitet und der als sein grafisches Hauptwerk gilt. 1918 kehrt er nach Berlin zurück. Seinen Arbeitsrhythmus mit Malreisen im Sommer und der Atelierarbeit im Winter behält er auch in den zwanziger Jahren bei. Aufenthalte in Pommern, am Lebasee, im Tessin und im Taunus, ferner in Rom als Studiengast der deutschen Akademie in der Villa Massimo (1930) inspirieren Schmidt-Rottluff zu seinen reifen Stillleben und Landschaften. 1937 wird seine Kunst auf der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" diffamiert, 1941 folgen das Malverbot und der Ausschluss aus dem Berufsverband. Die Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges muss Karl Schmidt-Rottluff wie eine Befreiung durchlebt haben. Die Zeit der ständigen Observation war vorüber. Frei und mit voller Kraft konnte sich sein Talent nochmals entfalten. Die kräftige Zeichnung in unserem Blatt ist ein Beweis dafür, dass Karl Schmidt-Rottluff auch in den späteren Schaffensjahren nichts von seiner ursprünglich gestalterischen Kraft verloren hat. Ein fast gemäldehafte Wirkung lässt diese Kompositon weit über das rein Zeichnerische hinauswachsen. Wie kaum eine anderer seiner Malerfreunde aus der Zeit des Expressionismus ist Karl Schmidt-Rottluff den ihm eigenen gestalterischen Mitteln bis ins Spätwerk treu geblieben. Der als Erneuerer der Kunst, als Revolutionär Angetretene erhält 1956 den Orden "Pour le Mérite" und sieht sich als Klassiker geehrt. 1967 wird das auf seine Initiative hin gegründete Brücke-Museum in Berlin eröffnet. Zahlreiche Ausstellungen in der Bundesrepublik ehren Karl Schmidt-Rottluff, der von der Kunstgeschichte zu den wichtigsten Vertretern des Deutschen Expressionismus gezählt wird.

Informationen zur Auktion
Auktionshaus: Ketterer Kunst GmbH & Co. KG
Titel: Klassische Moderne
Auktionsdatum: 11.06.2015 - 13.06.2015
Adresse: Ketterer Kunst GmbH & Co. KG
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Deutschland
[email protected] · +49 (0)89 552440 · +49 (0)89 55244166