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Auktionsarchiv: Los-Nr. 712

C.O. Paeffgen Köln 1933 Ohne Titel

Schätzpreis
8.000 € - 12.000 €
ca. 8.958 $ - 13.438 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 712

C.O. Paeffgen Köln 1933 Ohne Titel

Schätzpreis
8.000 € - 12.000 €
ca. 8.958 $ - 13.438 $
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

C.O. Paeffgen Köln 1933 Ohne Titel (Holzbank) Pflastersteine, Draht und Holz. Ca. 43 x 198 x 21 cm. - Mit Atelier- und leichten Altersspuren. Provenienz Privatsammlung, Norddeutschland C.O. Paeffgen war zugegen, als Demonstranten in Berlin in den 1960er Jahren den Pflasterstein zum gefährlichen Wurfgeschoß auserkoren, als Waffe rauher Argumente auf der Straße. Der Pflasterstein erfährt mit Paeffgen eine ästhetische Aufmerksamkeit und wird zum Star in seiner Kunstwelt: Der Pflasterstein liegt „sehr schön“ in einer schwarz gefärbten Obstkiste (1969) oder liegt als Steinpärchen auf einem Jutekissen (1971), der Pflasterstein wird in Eisen gegossen (1972), mit rosa Acrylfarben angemalt (1972). Die Galerie Rudolf Zwirner schließlich widmet dem Künstler 1990 eine Ausstellung in Köln mit dem schönen Titel „die Ruhe der Steine“: Steine, Pflastersteine liegen im Rahmen, hängen in der Matte, liegen oben und unten, auf dem Teppich, machen Siesta, ein Stein liegt inmitten auf einer Sitzbank für zwei Personen. Und hier eine Sitzbank mit vier Pflastersteinen für drei Personen? Der Pflasterstein zieht ein in den Alltag des Künstlers, er wird von ihm gepflegt, gestreichelt und unterzieht ihn einer ständigen Mutation. Einfache, rohe unbehandelte Materialien verwendet Paeffgen in seinen skulpturalen Objekten wie zeitgleich die wichtigen Vertreter der von dem italienischen Kunstkritiker und Kurator Germano Celant 1967 kreierten Begriff „Arte Povera“, einer Bewegung, für die Künstler wie Giovanni Anselmo Jannis Kounellis Giuseppe Penone und andere in Italien stehen und für ihre zumeist provozierenden Installationen und Skulpturen „armes“, gewöhnliches und alltägliches Material einsetzen. Die unregelmäßige Oberfläche des gewöhnlich quaderförmigen Natursteines zumeist aus Granit, Gneis oder Basalt umwickelt Paeffgen und verbindet sie wie hier mit einem Balken, die daran gezimmerten Stützen dienen zur Herausstellung einer friedlichen Wirkung; nichts von Aggressivität und Gewalt. Die Bank mit den Pflastersteinen wird alltagstauglich.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 712
Auktion:
Datum:
01.06.2019
Auktionshaus:
Kunsthaus Lempertz KG
Neumarkt 3
50667 Köln
Deutschland
[email protected]
+49 (0)221 9257290
+49 (0)221 9257296
Beschreibung:

C.O. Paeffgen Köln 1933 Ohne Titel (Holzbank) Pflastersteine, Draht und Holz. Ca. 43 x 198 x 21 cm. - Mit Atelier- und leichten Altersspuren. Provenienz Privatsammlung, Norddeutschland C.O. Paeffgen war zugegen, als Demonstranten in Berlin in den 1960er Jahren den Pflasterstein zum gefährlichen Wurfgeschoß auserkoren, als Waffe rauher Argumente auf der Straße. Der Pflasterstein erfährt mit Paeffgen eine ästhetische Aufmerksamkeit und wird zum Star in seiner Kunstwelt: Der Pflasterstein liegt „sehr schön“ in einer schwarz gefärbten Obstkiste (1969) oder liegt als Steinpärchen auf einem Jutekissen (1971), der Pflasterstein wird in Eisen gegossen (1972), mit rosa Acrylfarben angemalt (1972). Die Galerie Rudolf Zwirner schließlich widmet dem Künstler 1990 eine Ausstellung in Köln mit dem schönen Titel „die Ruhe der Steine“: Steine, Pflastersteine liegen im Rahmen, hängen in der Matte, liegen oben und unten, auf dem Teppich, machen Siesta, ein Stein liegt inmitten auf einer Sitzbank für zwei Personen. Und hier eine Sitzbank mit vier Pflastersteinen für drei Personen? Der Pflasterstein zieht ein in den Alltag des Künstlers, er wird von ihm gepflegt, gestreichelt und unterzieht ihn einer ständigen Mutation. Einfache, rohe unbehandelte Materialien verwendet Paeffgen in seinen skulpturalen Objekten wie zeitgleich die wichtigen Vertreter der von dem italienischen Kunstkritiker und Kurator Germano Celant 1967 kreierten Begriff „Arte Povera“, einer Bewegung, für die Künstler wie Giovanni Anselmo Jannis Kounellis Giuseppe Penone und andere in Italien stehen und für ihre zumeist provozierenden Installationen und Skulpturen „armes“, gewöhnliches und alltägliches Material einsetzen. Die unregelmäßige Oberfläche des gewöhnlich quaderförmigen Natursteines zumeist aus Granit, Gneis oder Basalt umwickelt Paeffgen und verbindet sie wie hier mit einem Balken, die daran gezimmerten Stützen dienen zur Herausstellung einer friedlichen Wirkung; nichts von Aggressivität und Gewalt. Die Bank mit den Pflastersteinen wird alltagstauglich.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 712
Auktion:
Datum:
01.06.2019
Auktionshaus:
Kunsthaus Lempertz KG
Neumarkt 3
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Deutschland
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+49 (0)221 9257290
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